Installation der Debian GNU/Linux 1.2 mit Disketten --------------------------------------------------- Christian Leutloff Bruce Perens v1.2d vom 09. Februar 1997 0.1 Zusammenfassung ------------------- In diesem Text wird die Installation des Debian GNU/Linux Systems beschrieben. Nach den notwendigen Vorbereitungen, wie etwa dem Sichern der alten Daten, liegt das Hauptaugenmerk auf der Installation des Basissystems mit Disketten. Die weitere Installation kann dann über andere Medien wie CD-ROM, Festplatte, ftp, etc. erfolgen. Dieser Text basiert auf ``Installing Debian GNU/Linux 1.2 from Floppy Disk'' (ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/install.html - lokale Kopie: ./install.html) von Bruce Perens (Text vom 06.12.96), wurde aber an die Bedürfnisse deutschsprachiger Anwender angepaßt. 0.2 Inhaltsverzeichnis ---------------------- 1. Copyrights und Lizenzbestimmungen 2. Systemvoraussetzungen 2.1. CPU 2.2. I/O Bus 2.3. Hauptspeicher und Festplatte 2.4. Diskettenlaufwerke 2.5. Grafikkarte 2.6. Andere Hardware 3. Vorbereitungen 3.1. Sicherungen (Backups) 3.2. Notwendige Informationen 4. Konfiguration Ihres Rechners 4.1. Festplatten 4.2. BIOS Setup-Menü 4.3. Beachtenswerte Hardware-Einstellungen 4.4. Windows-spezifische Hardware 4.5. Andere ungeeignete Hardware 5. Herstellen der Installationsdisketten 5.1. DOS-, Windows- oder OS/2-Rechner 5.2. Linux- oder UNIX-Rechner 6. Installation des Systems 6.1. Zuverlässigkeit von Diskettenlaufwerken 6.2. Die ``Rettungs/Rescue'' Disk 6.3. Rechner mit wenig Hauptspeicher (RAM) 6.4. Farb- oder Schwarz/Weiß-Darstellung 6.5. Das Hauptmenü 6.6. Tastatur konfigurieren 6.7. Benutzung der Kommandozeile bzw. UNIX-Shell 6.8. Last Chance! 6.9. Festplatte partitionieren 6.10. Initialisieren (Formatieren) und Aktivieren der Swap-Partition 6.11. Initialisieren der Linux-Partition 6.12. Basissystem installieren 6.13. Betriebsystemkern installieren 6.14. Gerätetreiber installieren 6.15. Konfiguration des Basissystems 6.16. Konfiguration des Netzwerks 6.17. Von der Festplatte booten 6.18. Erstellen einer Boot-Diskette 6.19. Der Augenblick der Wahrheit (smoke test) 6.20. Eingeben des Root-Passworts 6.21. Einloggen 7. Anhang 7.1. Informations- und Bezugsquellen 7.2. Hardwarekompatibilitätsliste (``Linux Hardware Compatibility HOWTO'') 7.3. Hinweise zur Benutzung einer deutschen Tastatur mit X11 7.4. Kurzbeschreibungen für die Installation wichtige Programme 7.5. Schlußbemerkungen 0.3. Copyright Notice ------------------------------------------------------------------------------- 1. Copyrights und Lizenzbestimmungen ------------------------------------- Ich bin sicher, daß Sie die Lizenzbedingungen gelesen haben, die mit vielen kommerziellen Softwareprodukten ausgeliefert werden - Sie gestatten Ihnen nur die Benutzung einer Softwarekopie auf einem Computer. Nicht so jedoch das Debian GNU/Linux System. Wir fordern Sie auf es auf jedem Computer Ihrer Schule oder Arbeitsstätte zu kopieren. Geben Sie es Ihren Freunden und helfen Sie Ihnen es auf Ihren Computern zu installieren. Wenn Sie wollen, können Sie auch Tausende von Kopien herstellen und sie *verkaufen* - mit nur wenigen Einschränkungen. Dies ist möglich, weil Linux auf *freier Software* basiert. Freie Software heißt nicht, daß sie kein Copyright besitzt. Auch bedeutet dies nicht, daß die CD mit der freien Software kostenlos von Ihnen zu erworben ist. Sondern es bedeutet einfach, daß die Copyright- und Lizenzbestimmungen es Ihnen erlauben die Programme zu nutzen und zu kopieren, ohne dafür bezahlen zu müssen. Es gibt zum Teil Beschränkungen wie die Software vervielfältigt werden darf, aber das können Sie in Ruhe nachlesen, wenn Sie das System installiert haben. Zum Beispiel sind viele Programme nach der `GNU' `General Public License' (`GPL') lizensiert. Die GPL verpflichtet Sie den Quellcode des Programms verfügbar zu machen, wenn Sie die Kopie eines Programmes weitergeben. Deshalb haben wir den *Quellcode* der betroffenen Programme in das Debian System integriert. Es gibt noch ein paar andere Lizenzbestimmungen von Programmen, die zur Debian gehören. Nach der Installation finden Sie die Copyright- und Lizenzbestimmungen aller Programme in dem Verzeichnis `/usr/doc/*ProgrammName*/copyright'. Die wichtigste der rechtlichen Bestimmungen ist, daß alle Programme ohne Garantieleistungen verfügbar sind. Die Menschen, die freie Software erstellen, wollen nicht auch noch gerichtlich verfolgt werden. ------------------------------------------------------------------------------- 2. Systemvoraussetzungen ------------------------- 2.1. CPU --------- Der Computer muß mit einem 386, 486, Pentium oder Pentium Pro Prozessor ausgerüstet sein. Dabei kann es sich auch um Clones der Firmen AMD, Cyrix, IBM, TI u.a. handeln. Auch die verschiedensten Prozessorversionen wie ``sx'', ``sl'', ``slc'', usw. sind genauso geeignet. Linux funktioniert *nicht* auf 286er oder kleineren Computern. 2.2. I/O Bus ------------- Ihr Rechner muß mit ISA, EISA, PCI oder VL-Bus ausgestattet sein. Der VL-Bus wird teilweise auch als VESA Local Bus oder VLB bezeichnet. Computer, die mit PCI oder VLB ausgestattet sind, haben meist auch ISA oder EISA Steckplätze. Linux unterstützt den Micro-Channel Bus, der in IBM PS/2 Computern verwendet wird, nur teilweise. Diese Unterstützung ist jedoch nicht Bestandteil der Debian ``Rettungs/Rescue''-Diskette. 2.3. Hauptspeicher und Festplatte ---------------------------------- Sie benötigen mindestens 4 MB Hauptspeicher (RAM) und 40 MB freie Festplattenkapazität. Wollen sie alles vom Schachspiel zum Platinenlayoutprogramm installieren, so benötigen Sie 300 MB und mehr. Es werden alle Festplattenanschlüsse unterstützt, die ein ``AT'' Interface emulieren. Sie werden häufig mit MFM, RLL, IDE oder ATA bezeichnet. Auch SCSI-Controller der verschiedensten Hersteller werden unterstützt. Weitere Details entnehmen Sie bitte der Hardwarekompatibilitätsliste (``Linux Hardware Compatibility HOWTO'' - siehe Anhang section 7.2, `Hardwarekompatibilitätsliste (``Linux Hardware Compatibility HOWTO'') '). 2.4. Diskettenlaufwerke ------------------------ Sie benötigen entweder ein 1,2 MB oder ein 1,44 MB Diskettenlaufwerk als `a:'-Laufwerk in dem System, auf dem Sie Linux installieren wollen. Besitzen Sie sowohl ein 1,2 MB alsauch ein 1,44 MB Laufwerk, so ist es empfehlenswert, wenn Sie Ihre Hardware so konfigurieren, daß das 1,44 MB Diskettenlaufwerk das `a:'-Laufwerk ist. 2.5. Grafikkarte ----------------- Sie sollten eine VGA-kompatible Grafikkarte für die Konsole verwenden, also dem Rechner auf dem Sie Linux installieren wollen. Nahezu jede moderne Grafikkarte erfüllt diese Bedingung. CGA, MDA oder HGA könnten im Textmodus genutzt werden, sind aber nicht getestet worden. Die Verwendung eines Terminals an der seriellen Schnittstelle wird noch nicht unterstützt. 2.6. Andere Hardware --------------------- Linux unterstützt vielfältige Hardware, z.B. Mäuse, Drucker, Scanner, Modems, Netzwerkkarten etc. Sie werden aber während der Installation des Systems nicht benötigt. ------------------------------------------------------------------------------- 3. Vorbereitungen ------------------ 3.1. Sicherungen (Backups) --------------------------- Bevor Sie fortfahren, überprüfen Sie bitte, ob wirklich alle Dateien Ihres Systems gesichert sind. Während der Installationsprozedur können versehentlich alle Daten der Festplatte gelöscht werden! 3.2. Notwendige Informationen ------------------------------ Neben diesem Dokument benötigen Sie noch folgendes: * Handbuchseite (manual page) zu `cfdisk' (siehe Anhang subsection 7.4.1, `cfdisk - Programm zur Festplattenpartitionierung ') - Programm zur Festplattenpartitionierung * Dselect Tutorial (siehe Anhang subsection 7.4.3, `Dselect Tutorial - Programmverwaltung der Debian Distribution ') - Programmverwaltung der Debian Distribution * Hardwarekompatibilitätsliste (``Linux Hardware Compatibility HOWTO'' - siehe Anhang section 7.2, `Hardwarekompatibilitätsliste (``Linux Hardware Compatibility HOWTO'') ') * ``X11 Release note for non-US-keyboard users'' (siehe Anhang section 7.3, `Hinweise zur Benutzung einer deutschen Tastatur mit X11 ') * lilo Wenn Ihr Computer an ein TCP/IP-Netzwerk angeschlossen ist, so sollten Sie Ihren Netzwerkadministrator nach den folgenden Daten fragen: * einen Name für Ihren Rechner (können Sie vielleicht selbst bestimmen) * den Domainnamen * die IP-Nummer Ihres Rechners * die in Ihrem Netzwerk verwendete Netzwerkmaske * die in Ihrem Netzwerk verwendete Broadcast-Adresse * die IP-Nummer des Default-Gateways, zu dem Ihr Computer seine Daten schickt, wenn Ihr Netzwerk über ein Gateway verfügt * welcher Rechner in Ihrem Netzwerk die Funktion des DNS (Domain Name Service) Servers übernimmt * ob Sie beim Anschluß ans Netzwerk Ethernet verwerden und ob es sich bei dem Ethernet-Anschluß um eine PCMCIA-Karte handelt Eine kurze Beschreibung der Bedeutung der einzelnen Angaben finden Sie weiter unten im Abschnitt section 6.16, `Konfiguration des Netzwerks '. ------------------------------------------------------------------------------- 4. Konfiguration Ihres Rechners -------------------------------- Vor der eigentlichen Linux-Installation gibt es einige Dinge, die Sie überprüfen sollten. Lesen Sie deshalb bitte die folgende Abschnitte und kontrollieren Sie Ihre Hardware entsprechend. 4.1. Festplatten ----------------- Zuerst sollten Sie sich entscheiden auf welche Festplatte Sie Ihr Linux System installieren wollen. Sie haben ja die Daten dieser Festplatte zusammen mit denen der anderen Platten schon gesichert - oder? 4.2. BIOS Setup-Menü --------------------- Ihr Motherboard verfügt wahrscheinlich über ein BIOS Setup-Menü. Bei manchen Rechnern wird dieses Menü durch die Betätigung der Entf-Taste (Del) aktiviert. Andere benötigen eine spezielle SETUP Diskette oder nutzen andere Mechanismen zur Aktivierung. Können Sie in das BIOS Setup-Menü gelangen, so können Sie die in den nächsten Abschnitten vorgestellten Eigenschaften einstellen. 4.2.1. Boot-Laufwerk bestimmen ------------------------------- Viele BIOS Setup-Menüs gestatten die Einstellung, von welchem Laufwerk aus das System gestartet werden soll. Da Sie Linux mit Disketten installieren wollen, sollte zuerst vom ersten Diskettenlaufwerk (`a:') und dann von der ersten Festplatte (`c:') der Bootvorgang ermöglicht werden. 4.2.2. Extended oder Expanded Memory (Speicher) ------------------------------------------------ Bei manchen Rechnern wird zwischen Extended oder Expanded Memory unterschieden. Da Linux nur den Extended Memory nutzen kann, sollten Sie dieser Speicherverwaltungsart soviel RAM wie möglich zuweisen. 4.2.3. Virenschutz ------------------- Schalten Sie bitte die Warnungen Ihres BIOS vor Viren ab. Besitzen Sie andere Hardware, die den Schutz vor Viren übernimmt, so schalten Sie sie bitte ab, wenn Sie Linux benutzen wollen. Ist dies nicht möglich, so entfernen Sie sie bitte aus dem System. Diese Erweiterungen arbeiten nicht mit Linux zusammen. Linux verwendet außerdem eine bessere Methode, um sie vor Viren zu schützen (siehe Abschnitt section 6.20, `Eingeben des Root-Passworts '). 4.2.4. Shadow Ram ------------------ Ihr Motherboard bietet Ihnen wahrscheinlich die Möglichkeit sogenanntes Shadow Ram zu nutzen. Sie werden Einstellungen für ``Video BIOS Shadow'', ``C800-CBFF Shadow'', etc. finden. Schalten Sie bitte alle diese Optionen aus (Disable). Shadow Ram wird dazu benutzt den Zugriff auf die ROMs, der Nur-Lese-Speicher, Ihres Systems zu beschleunigen. Linux umgeht die Benutzung dieser ROMs nachdem es gebootet ist und ersetzt diese 16-Bit Software durch seine eigenen schnelleren 32-bittigen Programme. Das Ausschalten des Shadow Rams gibt einige diese Speicherbereiche zur normalen Nutzung durch andere Programme frei. Aktivieren Sie das Shadow Ram dagegen, so *kann* es zu unerwünschten Überschneidungen mit dem Hardwarezugriff durch Linux kommen und damit zu unnötigen Systemabstürzen führen. 4.2.5. Advanced Power Management --------------------------------- Bietet Ihr Motherboard Advanced Power Management (APM), so konfigurieren Sie es bitte so, daß das Power Management vom APM kontrolliert wird. Schalten Sie die doze, standby, suspend, nap und sleep modes genauso aus wie die power-down timer der Festplatte (hard disk). Linux kann all diese Einstellungen selber viel besser überwachen und entsprechend reagieren als es das BIOS vermag. Die Version des Betriebsystemkerns auf den Installationsdisketten jedoch unterstützt APM nicht, da es auf einem Laptop zu Abstürzen kam. Nachdem Sie jedoch das Linux-Basissystem installiert haben, können Sie das Source-Paket des Kerns (*kernel-source*) aufspielen und sich einen eigenen Betriebsystemkern erstellen, den Sie dann genau an Ihre Vorstellungen anpassen können, also z.B. auch mit APM. 4.2.6. Weitere wichtige BIOS-Einstellungen ------------------------------------------- Bietet Ihnen das BIOS eine Einstellung wie ``15-16 MB Memory Hole'', so schalten Sie das bitte aus. Linux geht davon aus, daß sich an dieser Stelle wirklich Speicher befindet, jedenfalls wenn Sie soviel RAM haben. Bei einem Intel Endeavor Motherboard gibt es eine Option mit dem Namen ``LFB'' oder ``Linear Frame Buffer'', die die zwei Auswahlpunkte ``Disable'' und ``1 Megabyte'' besitzt. Wählen Sie ``1 Megabyte'' aus. Als ``Disable'' eingestellt war, wurde die Installationsdiskette nicht richtig eingelesen und es kam teilweise zu Systemabstürzen. Zur Zeit können wir das Verhalten nicht erklären, aber es funktioniert so und nicht anders. 4.3. Beachtenswerte Hardware-Einstellungen ------------------------------------------- Einige Erweiterungskarten bieten Ihnen die Einstellung ``mapped memory'' an. Dabei ist festzulegen wohin bestimmte Speicherbereiche der Karte im Hauptspeicher eingeblendet werden sollen. Geeignete Angaben liegen zwischen 0xA0000 und 0xFFFFF, also zwischen 640 kB bis 1 MB, oder aber mindestens 1 MB oberhalb des gesamten physikalischen Hauptspeichers. 4.4. Windows-spezifische Hardware ---------------------------------- Ein beunruhigender Trend ist die rasante Verbreitung von Windows Modems und Druckern. In einigen Fällen sind sie besonders für den Betrieb durch das Microsoft Windows ausgelegt und tragen die Aufschrift ``Made especially for Windows-based computers'' oder ``GDI-...''. Dies wird im Allgemeinen durch das Entfernen eines eigenen Prozessors in der Hardware erreicht. Seine Aufgaben werden dann einem Windows-Treiber und damit dem Hauptprozessor des Computers aufgebürdet. Ziel dieses Vorgehens ist die Verringerung der Hardwarekosten. Häufig werden diese Einsparungen aber nicht an den Kunden weitergegeben. Manchmal ist solche Hardware sogar teuerer als ähnliche Geräte mit eigener ``Intelligenz''. Es gibt zwei Gründe, die gegen die Verwendung von windows-spezifischer Hardware sprechen. Der erste ist, daß die Hersteller im Allgemeinen keine Treiber für Linux entwickeln. Auch ist es schwierig oder unmöglich freie Treiber zu erstellen, weil entweder keine Dokumentation der Schnittstellen verfügbar ist oder sie mit einer Geheimhaltungsklausel belegt ist, die eine Veröffentlichung des Treiber-Quellcodes verbietet. Der zweite Grund liegt im Fehlen des eingebauten Prozessors. Häufig muß das Gerät in Echtzeit vom Hauptprozessor bedient werden. In dieser Zeit steht er den anderen Programmen auf dem System nicht zur Verfügung. Der typische Windows-Benutzer nutzt seinen Computer nicht so für verschiedene Prozesse, wie es ein Linux-Nutzer tut. Deshalb hoffen die Hersteller, daß der Windows-Anwender nicht bemerkt, welche zusätzliche Arbeit sein Prozessor verrichten muß. Tatsache bleibt aber, daß jedes Multitasking-Betriebssystem, also auch Windows 95 oder NT, Teile seiner Gesamtleistungsfähigkeit einbüßt, wenn Gerätehersteller auf Prozessorleistung in Ihren Produkten verzichten. In dieser Situation können Sie helfen, indem Sie die Hersteller auffordern Dokumentationen usw. zu veröffentlichen um ihre Hardware programmieren zu können. Noch besser ist es jedoch auf solche Hardware ganz zu verzichten bis sie in der Hardwarekompatibilitätsliste (``Linux Hardware Compatibility HOWTO'' - siehe Anhang section 7.2, `Hardwarekompatibilitätsliste (``Linux Hardware Compatibility HOWTO'') ') als funktionsfähig bezeichnet wird. 4.5. Andere ungeeignete Hardware --------------------------------- Einige Hardwarehersteller teilen uns einfach nicht mit, wie Treiber für ihre Hardware geschrieben werden können. Andere gewähren keinen Zugriff auf die Dokumentation, wenn nicht eine Geheimhaltungserklärung abgeschlossen wird, der die Veröffentlichung des Quellcodes für Linux untersagt. Ein Beispiel ist das DSP Sound-System, das in neueren IBM ThinkPads verwendet wird und in einigen Geräten auch als Modem eingesetzt wird. Solange kein Zugriff auf die Dokumentation dieser Geräte besteht, werden sie unter Linux nicht genutzt werden können. Auch hier können Sie auf den Hersteller einwirken, daß er die Dokumentation veröffentlicht. Wenn genug Leute danach fragen, werden sie merken, daß Linux ein für sie wichtiger Markt ist. Die Hardwarekompatibilitätsliste (``Linux Hardware Compatibility HOWTO'' - siehe Anhang section 7.2, `Hardwarekompatibilitätsliste (``Linux Hardware Compatibility HOWTO'') ') beschreibt, zu welcher Hardware es Linux-Treibern gibt. ------------------------------------------------------------------------------- 5. Herstellen der Installationsdisketten ----------------------------------------- In diesem Abschnitt wird die Herstellung der Installationsdisketten beschrieben. Für jede dieser Disketten gibt es je eine zugehörige Datei, die auf eine leere Diskette kopiert wird. Da es sich bei den Dateien um vollständige Abbilder der ursprünglichen Disketten handelt, heissen sie Image-Dateien. Um diese Image-Dateien auf eine Diskette zu schreiben werden besondere Programme verwendet. Es können sowohl 1,44 MB als auch 1,2 MB Disketten zur Installation der Debian verwendet werden. Deshalb ist in den Namen der Image-Dateien die verwendete Diskettengröße integriert. Ist Ihr `a:'-Laufwerk für 1,44 MB Disketten gebaut, so verwenden Sie die Dateien: * resq1440.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/resq1440.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/resq1440.bin) * drv1440.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/drv1440.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/drv1440.bin) * base14-1.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/base14-1.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/base14-1.bin) * base14-2.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/base14-2.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/base14-2.bin) * base14-3.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/base14-3.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/base14-3.bin) * base14-4.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/base14-4.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/base14-4.bin) Wollen Sie dagegen ein `a:'-Laufwerk für 1,2 MB Disketten zur Linux Installation verwenden, so benötigen Sie die Dateien: * resq1200.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/resq1200.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/resq1200.bin) * drv1200.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/drv1200.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/drv1200.bin) * base12-1.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/base12-1.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/base12-1.bin) * base12-2.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/base12-2.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/base12-2.bin) * base12-3.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/base12-3.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/base12-3.bin) * base12-4.bin (inka: ftp.inka.de/debian/rex/disks-i386/current/base12-4.bin; debian: ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/base12-4.bin) Lesen Sie dieses Dokument mit einem Web-Browser und sind an das Internet angeschlossen, so kann es sein, daß Sie die oben angegebenen Disketten-Images durch einfache anklicken auf Ihren Rechner übertragen können. Der erste mit ``inka'' gekennzeichnete Verweis benutzt einen deutsche Mirror des Individuel Network (IN) in Karlsruhe, während der zweite den Debian Hauptserver in Amerika referenziert. Alternativ können Sie auch jeden anderen Debian FTP Mirror benutzen (siehe Anhang subsection 7.1.2, `Bezugsquellen für die Debian GNU/Linux Distribution (README.mirrors) '). Legen Sie also sieben formatierte Disketten bereit. Beschriften Sie die Disketten mit den folgenden Bezeichnungen: ``Rettungs/Rescue'', ``Gerätetreiber/Device Driver'', ``Benutzer Boot/Custom Boot'', ``Basis 1/Base 1'', ``Basis 2/Base 2'', ``Basis 3/Base 3'' und ``Basis 4/Base 4''. Zuordnung von Dateiname und Diskettenbeschriftungen: resq1440.bin oder resq1220.bin: ``Rettungs/Rescue'' drv1440.bin oder drv1200.bin: ``Gerätetreiber/Device Driver'' base14-1.bin oder base12-1.bin: ``Basis 1/Base 1'' base14-2.bin oder base12-2.bin: ``Basis 2/Base 2'' base14-3.bin oder base12-3.bin: ``Basis 3/Base 3'' base14-4.bin oder base12-4.bin: ``Basis 4/Base 4'' Auf die ``Benutzer Boot/Custom Boot'' Diskette wird während des Installationsvorgangs ein bootfähiger Systemkern für Notfälle geschrieben. 5.1. DOS-, Windows- oder OS/2-Rechner -------------------------------------- Sie finden das Programm rawrite2.exe im Verzeichnis `/debian/tools' (inka: ftp.inka.de/debian/tools/rawrite2.exe; i-connect: ftp.i-connect.net/debian/tools/rawrite2.exe). An dieser Stelle befindet sich auch die Textdatei rawrite2.txt (inka: ftp.inka.de/debian/tools/rawrite2.txt; i-connect: ftp.i-connect.net/debian/tools/rawrite2.txt), welche weitergehende Erläuterungen zu rawrite2.exe enthält. Um die Installationsdisketten zu erstellen, also die Image-Datei auf die Diskette zu kopieren, brauchen Sie nur den Befehl rawrite2 Dateiname Laufwerk eingeben. Als Dateiname geben Sie den Namen der Image-Datei an und als Laufwerk den gewünschten Laufwerksbuchstaben. So können Sie beispielsweise die Root-Diskette beschreiben, die in Ihrem `a:'-Laufwerk liegt: rawrite2 root.bin a: 5.2. Linux- oder UNIX-Rechner ------------------------------ Manche Workstations mounten eingelegte Disketten automatisch. Um die Installationsdisketten beschreiben zu können, müssen Sie diese Eigenschaft ausschalten. Das Beschreiben mit den Image-Dateien ist nur im sogenannten raw mode der Diskettenlaufwerke möglich. Uns ist leider das zugehörige Vorgehen bei Ihrer Workstation nicht bekannt. Fragen Sie also Ihren Systemadministrator. Um eine Image-Datei auf die Diskette zu kopieren, verwenden Sie den folgenden Befehl dd if=Dateiname of=/dev/fd0 bs=512 conv=sync ; sync Als Dateiname geben Sie den Namen der Image-Datei an. `/dev/fd0' ist der häufig genutzte Name für das Diskettenlaufwerk. Auf Ihrer Workstation kann er natürlich anders sein. Stellen Sie bitte sicher, daß der Schreibvorgang beendet wurde, bevor Sie die Diskette aus dem Laufwerk entfernen, da bei einigen System schon vor Ende des Schreibvorgangs weitere Befehle eingegeben werden können. Fehlt an Ihrer Workstation ein Auswurfhebel für die Disketten, können Sie es mit dem Befehl eject probieren. ------------------------------------------------------------------------------- 6. Installation des Systems ---------------------------- In diesem Abschnitt wird nun der eigentliche Installationsvorgang beschrieben, nachdem alle Vorarbeiten wie das Erstellen der Disketten und das Sichern aller Daten des Systems erledigt wurden. 6.1. Zuverlässigkeit von Diskettenlaufwerken --------------------------------------------- Das größte Problem bei der Erstinstallation eines Linux-Systems scheint das Diskettenlaufwerk zu sein. Die erste Diskette (``Rettungs/Rescue'') ist diejenige mit den größten Problemen, weil sie mit Hilfe des BIOS gelesen wird. Dabei zeigt sich, daß das BIOS nicht so zuverlässig die Disketten lesen kann, wie es der Linux-Treiber zu tun pflegt. In Extremfällen stopt das BIOS einfach den Lesevorgang ohne einen Hinweis zu geben, wenn es nicht einwandfreie Daten einliest. Auch bei den späteren Disketten kann es zu Problemen kommen. Typisches Kennzeichen ist dann, daß der Bildschirm mit ``disk I/O error''-Meldungen gefüllt wird. Wird Ihr Installationsvorgang einmal bei einer bestimmten Diskette unterbrochen, so sollten Sie als erstes sich das zugehörige Disk-Image nocheinmal besorgen und auf eine *andere* Diskette schreiben. Die alte Diskette einfach zu formatieren ist nicht immer ausreichend, auch wenn sie scheinbar fehlerfrei zu formatieren und beschreiben ist. Manchmal hilft es auch, die Disketten auf einem anderen Rechner zu beschreiben. Ein Anwender berichtete, daß er erst *drei* ``Rettungs/Rescue''-Disketten beschreiben mußte, bevor dann es dann mit dritten endlich klaglos klappte. Außerdem berichteten einige Anwender, daß es Zuverlässigkeitsprobleme mit Diskettenlaufwerken in Zusammenhang mit der Cyrix CPU gab. Wir verstehen dieses Problem nicht vollständig. Es ist *nicht jede* Cyrix-System davon betroffen. Wir bezweifeln, daß es ein Fehler der Cyrix CPU ist - wahrscheinlicher sind das BIOS oder der Linux-Kern. Sind Sie davon betroffen, so teilen Sie es uns bitte mit. 6.2. Die ``Rettungs/Rescue'' Disk ---------------------------------- Legen Sie zunächst die Diskette ``Rettungs/Rescue'' in Ihr `a:'-Laufwerk ein und starten Ihren Computer neu. Dies können Sie durch das Drücken der Reset-Taste, aus- und wieder einschalten des Rechners oder durch die gleichzeitige Betätigung der drei Tasten Strg-Alt-Entf (Ctrl-Alt-Del) erreichen. Nach einem kleiner Weile sollte auf das Diskettenlaufwerk zugegriffen werden und danach ein Bildschirm erscheinen, auf dem Sie mit einer kurzen Einführung zur ``Rettungs/Rescue''-Diskette begrüßt werden. Am unteren Ende des Bildschirms erscheint die Eingabeaufforderung mit `boot:'. Die Bezeichnung ``Rettungs/Rescue''-Diskette wurde gewählt, weil Sie auch später Ihren Rechner von dieser Diskette aus starten können. Dies ist Ihr Rettungsanker, wenn Sie keinen Zugriff mehr auf Ihre Festplatte haben. Deshalb sind auch die für diese Tätigkeit notwendigen Programme auf dieser Diskette vorhanden. Heben Sie deshalb diese Diskette auch nach der erfolgreichen Installation Ihres Systems gut auf. Sie haben nun die Möglichkeit sich mit den Funktionstasten F1 bis F10 einige Seiten mit weiteren nützlichen Informationen anzeigen lassen (in Englisch) oder aber das System starten, indem Sie einfach Return (Wagenrücklauftaste) drücken. Es kann vorkommen, daß bestimmte Bestandteile der Hardware nicht erkannt werden. In diesem Fall finden Sie mit Hilfe der Funktionstasten F3, F4 und F5 Parameter, die Sie beim Booten angeben können. Dazu geben Sie nach der Eingabeaufforderung `boot: linux' gefolgt von den Parametern ein. `linux' und die verschiedenen Parameter untereinander werden mit Leerzeichen abgetrennt. Zu diesem Zeitpunkt ist noch keine deutsche Tastaturbelegung verfügbar. Deshalb hier die Lage von wichtigen Zeichen auf der amerikanischen Tastatur: Buchstabe deutsche Beschriftung y z z y = ' / - # § + ` - ß _ ? ; ö : Ö " Ä Wenn Sie das erste Mal Linux booten, so drücken Sie einfach Return. In vielen Fällen läuft Linux völlig problemlos hoch. Sollte Ihre Hardware wirklich nicht erkannt werden, so können Sie den Rechner noch einmal starten und sich dann um die entsprechenden Parameter kümmern. Nachdem Sie Return gedrückt haben, erscheint die Meldung ``Loading...'' auf dem Bildschirm. Nach ``Uncompressing Linux ...'' kommen Hinweise über die Hardware, die Linux in Ihrem System gefunden hat. Es können auch Meldungen wie ``can't find ...'', ``... not present'' oder auch ``this driver release depends on ...'' dabei sein. Im Allgemeinen sind Sie harmlos und können ignoriert werden. Dies liegt daran, daß die ``Rettungs/Rescue'' Disk für möglichst viele verschiedene Rechner geeignet ist. Deshalb ist nur natürlich, daß kein Rechner über alle Hardwarebestandteile verfügt und deshalb das Fehlen erkannt und angezeigt wird. Teilweise werden Sie beobachten können, daß System zeitweilig Pausen einlegt. In diesen Augenblicken wartet es darauf, daß ein bestimmtes Gerät reagiert, das vielleicht garnicht vorhanden ist. Dauern Ihnen diese Zwischenpausen auf Dauer zu lange, so können Sie sich einen *systemspezifischen Kern* (custom kernel) erzeugen, nachdem Sie das System fertig installiert haben. Bei diesem Kern lassen Sie dann alle nicht benötigten Geräte einfach weg. 6.3. Rechner mit wenig Hauptspeicher (RAM) ------------------------------------------- Wenn Ihr Rechner mit 4 MB Hauptspeicher ausgestattet ist, wird Ihnen nun ein erklärender Absatz (über ``low memory'') und ein Textmenü mit drei Auswählmöglichkeiten präsentiert. Haben Sie mehr Hauptspeicher, so sehen Sie dies nicht, sondern gleich die Auswahlbox zur Farb- oder Schwarz/Weiß-Darstellung, die im nächsten Abschnitt beschrieben wird. Bekommen Sie dieses ``low memory''-Menü, so müssen Sie alle drei Punkte der Reihe nach abarbeiten: * Festplatte partitionieren - ``Partition your disk'' * Swap-Partition aktivieren - ``activate the swap partition'' * Grafische Installation starten - ``start the graphical installation'' Ihre Festplatte wird mit dem Programm `cfdisk' partitioniert. Weitere Hinweise zu diesem Programm finden Sie im Anhang in Abschnitt subsection 7.4.1, `cfdisk - Programm zur Festplattenpartitionierung '. Legen Sie mit `cfdisk' eine ``Linux Swap Partition'' (type 82) an. Durch diesen Festplattenbereich wird Ihr Hauptspeicher durch sogenannten virtuellen Speicher (virtual memory) vergrößert, so daß die nachfolgende Installation reibungslos über die Bühne gehen kann. Der Installationsvorgang benötigt nämlich mehr als 4 MB Hauptspeicher. Die Größe der Partition richtet sich nach dem Anforderungen, die Sie an das fertig installierte System stellen. 16 MB ist wahrscheinlich die unterste Grenze, die noch funktioniert. Besser sind 32 MB, wenn Sie diesen Platz erübrigen können, oder aber 64 MB, wenn Ihre Festplatte so groß ist, daß der fehlende Platz kaum auffällt. 6.4. Farb- oder Schwarz/Weiß-Darstellung ----------------------------------------- Mit Hilfe der nach dem Bootvorgang erscheinenden Dialogbox können Sie angeben, ob Sie im folgenden eine farbige oder lieber eine schwarz/weiße Darstellung bevorzugen. Verwenden Sie einen Schwarz/Weiß-Monitor, so fahren Sie einfach durch Drücken der Return-Taste fort. Schauen Sie dagegen auf einen Farbmonitor, so bewegen Sie den Cursor mit den Pfeiltasten (Cursortasten) auf den Menupunkt `Color' und drücken dort Return. Die Bildschirmdarstellung sollte daraufhin von schwarz/weißer Darstellung auf die Farbige umschalten. Drücken Sie nun ein zweites Mal auf Return, um mit der Installation fortzufahren. 6.5. Das Hauptmenü ------------------- Als nächstes sehen Sie ein Fenster, in dem ```The installation program is determining the current state of your system''' steht. Das Installationprogramm überprüft zwischen den verschiedenen Schritten den aktuellen Zustand des Systems. Dies geht auf manchen Systemen so schnell, daß der Inhalt des Fensters nicht zu lesen ist. Diese Überprüfung des aktuellen Systemzustandes erlaubt Ihnen die Unterbrechung des Installationsvorgang, da festgehalten wird, welche Installationsschritte Sie bereits erfolgreich durchgeführt haben. Müssen Sie den Installationsvorgang erneut starten, so müssen sie folgendes erledigen: * Farbauswahl (Color-or-Monochrome Dialog Box) * Tastatur konfigurieren (Configure the Keyboard) * Swap-Partition reaktivieren (Activate the Swap Disk Partition) * alle schon initialisierten Partitionen wieder mounten (Mount Linux Partition) Alles, was Sie sonst noch erledigt haben, bleibt erhalten. Von dem Hauptmenü aus steuern Sie die gesamte weitere Installation. Deswegen gelangen Sie nach jeder Aktion hierher wieder zurück. Im Kopfbereich verändern sich die Auswahlpunkte und zeigen Ihnen so den Fortschritt der Installation an. Phil Hughes schrieb im *Linux Journal*, daß man einem *Huhn* beibringen könnte Debian zu installieren. Er wollte damit sagen, daß man während des Installationsprozesses meistens nur die Return-Taste *picken* muß. Mit dem ersten Punkt des Hauptmenü wird Ihnen der nächste sinnvolle Schritt, beim aktuellen Stand der Installation, als `Next' angeboten. Wollen Sie jedoch einen anderen Punkt auswählen, so können Sie das jederzeit mit den Pfeiltasten tun. Jetzt sollte der als `Next' angegebene Punkt `Configure the Keyboard' heißen. 6.6. Tastatur konfigurieren ---------------------------- Überzeugen Sie sich davon, daß der Menüpunkt `Configure the Keyboard' hervorgehoben ist und aktivieren ihn durch das Betätigen der Return-Taste. Nun befinden Sie sich in einem Menü, das Ihnen die Auswahl Ihres Tastaturlayouts gestattet (keyboard configuration menu). Mit Hilfe der Pfeiltasten können Sie den hervorgehobenen Bereich verschieben. Bewegen Sie ihn auf das Layout Ihrer Sprache oder einer die der Ihren sehr ähnlich ist. Nachdem Abschluß der Systeminstallation stehen ihnen weitere Tastaturlayouts zur Verfügung. Die Pfeiltasten liegen auf jeder Tastatur an der gleichen Stelle, so daß sie unabhängig vom gewählten Tastaturkonfiguration sind. Nachdem Sie die Hervorhebung nun auf das von Ihnen gewünschte Tastaturlayout bewegt haben, betätigen Sie die Return-Taste um die Auswahl zu bestätigen. Der nächsten Schritte sind die Partitionierung (Partition a Hard Disk) und Formatierung (Initialize ...) der Festplatte. 6.7. Benutzung der Kommandozeile bzw. UNIX-Shell ------------------------------------------------- Schon fortgeschrittene UNIX- oder Linux-Anwender gelangen mit LeftAlt-F2 zu der zweiten virtuellen Console. Diese Tastenkombination wird durch gleichzeitiges Drücken der linken Alt-Taste und der Funktionstaste F2 eingegeben. Auf diesem zweiten Bildschirm läuft das Programm `ash'. Dies ist eine der Bourne Shell nachgeahmte Kommandozeile. Sie steht Ihnen nachdem Booten von der RAM-Disk jetzt zur Verfügung. Hier können Sie in Notfällen die Unix Werkzeuge benutzen, die Sie in den Verzeichnissen `/bin /sbin /usr/bin /usr/sbin' finden. Bitte benutzen Sie während der Installation trotzdem immer die Menüpunkte, da die Menüsoftware die von Ihnen sonst vorgenommen Änderungen am System nicht mitbekommt. Mit LeftAlt-F1 gelangen Sie wieder zurück zu dem Bildschirm mit dem Hauptmenü. Linux bietet bis zu 64 virtuellen Consolen, obwohl die ``Rettungs/Rescue'' Disk nur einige wenige zur Verfügung stellt. 6.8. Last Chance! ------------------ Wir hatten Sie ja schon mehrfach aufgefordert Ihre Daten zu sichern. Hier kommt nun die erste Gelegenheit all Ihre alten Daten zu löschen und gleichzeitig die letzte Möglichkeit Ihre wertvollen Daten doch noch zu sichern. Sollten Sie noch keine Sicherungen haben, so entfernen Sie die Diskette aus dem Laufwerk, starten Ihr System neu und sichern Ihre Daten mit Ihrem Backup-Programm. 6.9. Festplatte partitionieren ------------------------------- Soweit noch keine ```Linux native''' und ```Linux swap''' Partitionen existieren wird der nächste Menüpunkt `Partition a Hard Disk' sein. Haben Sie schon mindestens eine ```Linux native''' und/oder eine ```Linux swap''' Partition angelegt, so steht die Menüauswahl auf `Initialize and Activate the Swap Disk Partition'. Haben Sie 4 MB Hauptspeicher, so wurde Ihnen das ``low memory''-Menü angezeigt und Sie haben deshalb die Swap-Partition schon beim Booten des Systems angelegt und aktiviert. Deshalb müssen Sie diesen Punkt übergehen. Selbstverständlich können Sie jederzeit die Pfeiltasten benutzen, um zu `Partition a Hard Disk' zu gelangen. Nach der Auswahl des Menüpunktes `Partition a Hard Disk' wird Ihnen eine Auflistung der Festplatten angezeigt, die Sie partitionieren können. Anschließend wird das Programm `cfdisk' aufgerufen mit dem Sie Partitionen erzeugen und verändern können. Die Handbuchseite von `cfdisk' befindet sich im Anhang dieses Dokumentes (siehe Abschnitt subsection 7.4.1, `cfdisk - Programm zur Festplattenpartitionierung '). Es ist nun eine guter Zeitpunkt diese Dokumentation zu lesen. Sie müssen mindestens eine ```Linux native''' (`type 83') und eine ```Linux swap''' (`type 82') Partition anlegen. Die Swap-Partition ist der virtuelle Speicher des Systems und sollte zwischen 16 und 128 MB groß sein. Die genaue Größe richtet sich nach dem vorhandenen Festplattenplatz und danach wieviele große Programme sie gleichzeitig nutzen wollen. Eine gute Faustregel ist, daß der gesamte Speicher, also RAM plus Swap-Bereich, bei Textmodus-Systemen etwa 25 MB und bei X-Windows-Systemen, die auch von Linux verwendete grafische Oberfläche, etwa 70 MB betragen sollte. Linux nutzt nicht mehr als 128 MB zum Swappen, so daß es keinen Grund gibt eine größere Swap-Partition anzulegen. Es ist sehr empfehlenswert eine Swap-Partition zu verwenden. Wenn Sie darauf unbedingt verzichten wollen, so sollten Sie *mindesten* 16 MB RAM haben. In diesem Fall können Sie den Menüpunkt `Do Without a Swap Partition' benutzen. Die Linux-Partition nimmt alle Ihre Dateien auf und kann eine beliebige Größe zwischen 40 MB und der Gesamtgröße der Festplatte abzüglich der Swap-Partition sein. Wenn Sie sich schon mit Unix oder Linux auskennen, möchten Sie vielleicht weitere Partitionen anlegen, die dann z.B. die `/var' und `/usr' Dateisysteme aufnehmen. 6.10. Initialisieren (Formatieren) und Aktivieren der Swap-Partition --------------------------------------------------------------------- Dies ist der nächste Menüeintrag nachdem Sie eine Partition auf der Festplatte angelegt haben. Sie haben die Auswahl zwischen dem Initialisieren und Aktivieren einer Swap-Partition, dem Aktivieren einer schon initialisierten Swap-Partition und dem Fortfahren ohne Swap-Partition. Es ist immer möglich eine Swap-Partition noch einmal zu Initialisieren. Deshalb wählen Sie im Zweifelsfall den Punkt `Initialize and Activate the Swap Disk Partition' aus. Dieser Menüpunkt gibt Ihnen die Möglichkeit auf der Festplatte nach defekten Blöcken suchen zu lassen. Dies ist bei MFM-, RLL- und älteren SCSI-Platten nützlich und empfehlenswert. Richtig funktionierende IDE- und SCSI-Platten benötigen diese Funktion nicht, da sie eigene interne Mechanismen verwenden um defekte Bereiche auszuklammern. Die Swap-Partition ergänzt den im Computer vorhandenen Hauptspeicher um virtuellen Speicher. Da dieser Speicher auch schon bei der Installation genutzt wird, wird die Swap-Partition zuerst initialisiert. 6.11. Initialisieren der Linux-Partition ----------------------------------------- An dieser Stelle sollte der nächste Menüpunkt `Initialize a Linux Disk Partition' sein. Ist dies nicht der Fall, so haben Sie vielleicht das Partitionieren der Festplatte noch nicht abgeschlossen oder den Schritt zum Anlegen der Swap-Partition nicht durchgeführt. Sie können nun ein Linux-Partition initialisieren oder alternativ eine schon initialisierte Linux-Partition mounten. Diese Disketten sind nicht dafür vorgesehen ein schon existierendes System zu aktualisieren ohne alle Dateien vorher zu löschen - Debian bietet einen besseren Weg an, um ein existierendes Debian-System zu erneuern als die Verwendung von Boot-Disketten. Deshalb sollten Sie an dieser Stelle alte Partitionen initialisieren, da durch diesen Vorgang auch alle alten Dateien gelöscht werden. Alle neu angelegten Partitionen müssen in jedem Fall initialisiert werden. Der einzige Grund auf das Initialisieren zu verzichten ist, daß Sie bereits Teile des Installationsvorgangs mit dem gleichen Diskettensatz durchgeführt haben. Wählen Sie nun den nächsten Menüpunkt aus, um die erste Partition zu initialisieren und zu mounten. Diese erste Partition wird als `/' (Root- oder Wurzelverzeichnis genannt) gemountet. Auch hier wird Ihnen wie schon bei der Swap-Partition die Möglichkeit gegeben nach schadhaften Blöcken auf der Festplatte suchen zu lassen. Es schadet zwar nicht dies tun zu lassen, es kann aber bei großen Festplatten auch 10 oder mehr Minuten dauern. Nachdem die `/'-Partition gemountet wurde, ist der nächste Menüpunkt `Install the Base System'. Sie können mit den Pfeiltasten erneut die Menüpunkte zum Initialisieren und/oder Mounten von Partitionen auswählen. Haben Sie für `/var', `/usr' und andere Dateisysteme eigene Partitionen vorgesehen, so es nun an der Zeit sie zu initialisieren und/oder zu mounten. 6.12. Basissystem installieren ------------------------------- Nachdem Sie die Partionen gemountet haben, wählen Sie den Menüpunkt `Install the Base System' aus. Das System sucht nun nach einer ``lokalen Kopie'' des Basissystems, um auch Installationen von einer CD-ROM oder anderen Medien zu unterstützen. Dies kann eine kleine Weile dauern. Schlägt dieser Vorgang fehl, so werden Sie aufgefordert das Diskettenlaufwerk auszuwählen, von dem die Basis-Disketten eingelesen werden sollen. Nachdem Sie das richtige Laufwerk bestimmt haben, werden Sie aufgefordert nacheinander die Disketten Base/Basis 1 bis 3 (und 4 bei 1,2 MB Disketten) einzulegen. Kommt es bei einer der Disketten zu einem Lesefehler, so müssen sie nach dem Ersatz der schadhaften Diskette den Vorgang ganz wiederholen und alle 3 bzw. 4 Disketten noch einmal einlegen. Erst nachdem alle Disketten vollständig eingelesen sind, installiert das System die Dateien an den vorgesehenen Stellen. Dies kann 10 oder mehr Minuten auf langsamen Systemen dauern. Auf Schnelleren brauchen Sie nicht so lange zu warten. 6.13. Betriebsystemkern installieren ------------------------------------- Der nächste Menüpunkt ist nun `Install the Operating System Kernel'. Nach seiner Auswahl werden Sie aufgefordert ein Diskettenlaufwerk zu bestimmen und dort dann die Boot-Diskette des Installationssatzes (``Rettungs/Rescue'') einzulegen. Damit wird der Linux-Kern auf die Festplatte kopiert. Dieser Betriebsystemkern wird in einem späteren Schritt dazu genutzt sowohl eine spezielle (Notfall-)Bootdiskette für Ihr System herzustellen als auch es Ihnen zu ermöglichen direkt von der Festplatte zu booten, an Stelle des Umweges über eine Bootdiskette. 6.14. Gerätetreiber installieren --------------------------------- Nachdem Sie nun den Auswahlpunkt `Install the Device Drivers' gewählt haben, werden Sie aufgefordert die ``Gerätetreiber/Device Driver''-Diskette einzulegen. Die Gerätetreiber werden dann auf Ihre Festplatte kopiert. Nach Auswahl von `Configure Device Drivers' können Sie die Treiber der Geräte in Ihrem System konfigurieren. Die von Ihnen so eingerichteten Treiber werden beim nächsten Bootvorgang automatisch geladen. In dem Konfigurationsmenü gibt es einen extra Eintrag für PCMCIA-Karten. Aber anstelle den zugehörigen Treiber zu aktivieren, ist es sinnvoller nach Beendigung des Installationsvorganges das `pcmcia-cs' Paket zu installieren. Die zugehörigen Programme sind in der Lage PCMCIA-Karten automatisch zu erkennen und zu konfigurieren. Sie ermöglichen auch den Wechsel der Karten während das System weiterläuft (hot-plug) und auch das Entfernen der Treiber, wenn die Karten dauerhaft entfernt werden. 6.15. Konfiguration des Basissystems ------------------------------------- Jetzt haben Sie alle Dateien auf die Festplatte kopiert, die Sie für ein minimales Debian-System benötigen. Jetzt fehlen noch einige wenige Einstellungen, bevor das System selbständig funktioniert. Wählen Sie für diesen Schritt bitte den Menüpunkt `Configure the Base System' aus. Zunächst werden Sie nach der Zeitzone befragt. Suchen Sie sich dazu Ihre Zeitzone oder die Region in der Sie leben aus. In Deutschland geben Sie z.B. `Europe/Berlin' ein. Ihre Eingaben können zu weiteren Menüpunkten führen, wo die aktuelle Zeitzone ausgewählt werden kann. Im nächsten Schritt werden Sie gefragt, ob die Systemuhr auf GMT oder lokale Zeit eingestellt werden soll. Wählen Sie GMT aus, wenn nur Linux oder Unix auf Ihren Rechner läuft. Setzen Sie auch DOS/Windows ein, so sollten Sie die lokale Zeit verwenden. Unix und Linux belassen GMT in der Systemuhr und verwenden geeignete Software, um die Uhrzeit in die lokale Zeit umzurechnen. Dies erlaubt Ihnen Sommerzeiten und Schaltjahre zu berücksichtigen. Auch User, die sich aus anderen Zeitzonen in Ihr System einloggen, können die Zeitzone ihres Terminals frei vorgeben. Wenn Sie GMT auf Ihrer Systemuhr laufen lassen, werden Sie sehen, daß das System die Uhrzeit an den Tagen korrekt verändert, an denen die Sommerzeit anfängt und wieder endet. 6.16. Konfiguration des Netzwerks ---------------------------------- Selbst wenn Ihr Computer nicht an ein Netzwerk angeschlossen ist, müssen Sie die ersten beiden Fragen beantworten. Nach `What is the name of your computer?' geben Sie Ihrem System einen Namen und `Is your system connected to a network?' können Sie in diesem Fall verneinen. Ist Ihr Rechner aber Teil eines TCP/IP-Netzwerks, so benötigen Sie ein paar Angaben. Können Sie sie nicht selbst ermitteln, so wenden Sie sich bitte an Ihren Netzwerkadministrator. Hier eine Auflistung der benötigten Informationen: * einen Namen für Ihren Rechner (können Sie vielleicht selbst bestimmen) * den Domainnamen * die IP-Nummer Ihres Rechners * die in Ihrem Netzwerk verwendete Netzwerkmaske * die in Ihrem Netzwerk verwendete Broadcast-Adresse; haben Sie keine, so geben Sie `none' ein. * die IP-Nummer des Default-Gateways, zu dem Ihr Computer seine Daten schickt, wenn Ihr Netzwerk über ein Gateway verfügt * welcher Rechner in Ihrem Netzwerk die Funktion des DNS (Domain Name Service) Servers übernimmt * ob Sie beim Anschluß ans Netzwerk Ethernet verwerden und ob es sich bei dem Ethernet-Anschluß um eine PCMCIA-Karte handelt In den nächsten Absätzen wird erläutert, welche Bedeutung die gerade aufgelisteten Angaben haben. Der Name des Rechners ist meist eine Phantasiebezeichnung, die sich der Benutzer ausgedacht hat. In Netzwerken kann der Name auch die Funktion des Rechners wiederspiegeln. Beispiele für Rechnernamen sind `sundancer' oder `isdn-gate'. Der Domainname ist die Adresse Ihres Rechners und wird an den Rechnernamen angehängt. Dadurch kann z.B. eMail an Ihren Rechner weltweit zugestellt werden. Der Domainname enthält meist, wie eine normale Adresse, noch Informationen über die Lage der Domain. Die Domain `oche.de' etwa ist in Aachen (auf Platt "Oche"), Deutschland ("de"), beheimatet. Die Kombination aus Rechner- und Domainname ist weltweit eindeutig. Neben dem Namen bekommt der Computer noch eine IP-Nummer, die auch auf der ganzen Welt eindeutig ist. Die nächsten Begriffe sind nur für Netzwerke von Bedeutung. Falls Sie also mit Ihren Computer ins Internet gehen, so wird Ihnen der zuständige Provider die für Sie gültigen Werte mitteilen. Mit Hilfe der Netzwerkmaske und der Broadcast-Adresse wird die Verteilung von Datenpaketen in Ihrem lokalen Netz (LAN/Intranet) und auch im Internet gesteuert. Das Gateway übernimmt den Transport der Datenpakete in andere Netze, also auch von Ihrem lokalen Netz ins Internet. Bei vielen Internetdiensten geben Sie einen Rechnernamen an. Um nun die Verbindung dorthin aufbauen zu können, benötigt Ihr Computer aber die IP-Nummer dieses Rechners. Die Umsetzung von Rechnernamen in eine IP-Nummer übernimmt der Name-Server. Da er für die gesamte Domain zuständig ist, heißt der Dienst Domain Name Service (DNS). Nun ein paar sehr technische Details, die Sie vielleicht doch nützlich finden: Die Netzwerkprogramme nehmen standardmäßig an, daß sich die IP-Netzwerkadresse durch die bitweise UND-Verknüpfung der IP-Adresse des Rechners und der Netzwerkmaske ergibt. Weiter wird vorausgesetzt, soweit nichts anderes angegeben wird, daß sich die Broadcast-Adresse durch bitweise ODER-Verknüpfung von der IP-Adresse des Rechners und von der bitweisen Negation der Netzwerkmaske ergibt. Eine weitere Annahme ist, daß der Gateway-Rechner gleichzeitig als DNS Server fungiert. Sollten Sie die notwendigen Informationen nicht ermitteln können, so versuchen Sie es doch zunächst mit den Annahmen des Systems. Soweit notwendig können Sie die Einstellungen nach Abschluß der Installation verändern in dem Sie `/etc/init.d/network' editieren. 6.17. Von der Festplatte booten -------------------------------- Wollen Sie direkt von der Festplatte booten, so werden Sie nach der Aktivierung von `Make the Hard Disk Bootable' gefragt, ob Sie den `master boot record' installieren wollen. Antworten Sie mit `yes', wenn Sie keinen Bootmanager installieren wollen. (Dies ist wahrscheinlich der Fall, wenn Ihnen der Begriff Bootmanager nicht so geläufig ist.) Als nächstes müssen Sie entscheiden, ob Linux automatisch von der Festplatte gestartet werden soll, wenn Sie Ihren Computer einschalten. Wollen Sie dies, so wird die Linux-Partition als `bootable partition' gekennzeichnet. Verneinen Sie die Frage, so können Sie später mit dem DOS-Programm `fdisk' oder den Linux-Programmen `fdisk' oder `activate' die `bootable partition' bestimmen. Installieren Sie Linux auf einem anderen Laufwerk als der ersten Festplatte, so stellen Sie bitte sicher, daß Sie eine Bootdiskette erstellen. Die meisten Boot-ROMs (meist Teil des BIOS im Computer) sind nämlich nur in der Lage von der ersten Festplatte und nicht von der zweiten den Computer zu starten. Dieses Problem läßt sich aber nach dem Ende der Installation beseitigen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in dem Verzeichnis `/usr/doc/lilo' und im Anhang Abschnitt subsection 7.4.2, `lilo - ein Bootmanager (auch) für Linux '. 6.18. Erstellen einer Boot-Diskette ------------------------------------ Sie sollten auch eine Boot-Diskette erstellen, wenn Sie Ihr System von der Festplatte starten wollen. Es kann schon mal passieren, daß sich das System von der Festplatte nicht wie vorgesehen booten läßt. In diesem Fall können Sie auf die Boot-Diskette zurückgreifen, die eigentlich immer funktioniert. Wählen Sie also `Make a Boot Floppy' im Menü aus und legen die leere Diskette, die mit ``Benutzer Boot/Custom Boot'' beschriftet ist, in das Laufwerk ein. Die Diskette darf nicht schreibgeschützt sein, da sie formatiert und beschrieben wird. Aktivieren Sie den Schreibschutz nachdem der Schreibvorgang beendet wurde. 6.19. Der Augenblick der Wahrheit (smoke test) ----------------------------------------------- Entfernen Sie nun die Disketten aus den Laufwerken und wählen den Menüpunkt `Reboot the System' aus. Startet Linux nun nicht wie gewünscht, so legen Sie die Custom Boot-Diskette ein und starten Ihr System erneut (Reset). Nun sollte Linux booten und die gleichen Meldungen auf dem Bildschirm erscheinen, wie beim ersten Booten von der ``Rettungs/Rescue'' Disk. Daran schließen sich ein paar neue Ausgaben an und schließlich werden Sie aufgefordert das Root-Passwort einzugeben. 6.20. Eingeben des Root-Passworts ---------------------------------- Dieses Passwort gehört zum Superuser, also dem Systemverwalter. Dieser Zugang umgeht alle Sicherheitsmechanismen des Systems. Er sollte deswegen ausschließlich zur Systemverwaltung genutzt werden und auch dann nur so kurz wie möglich. Benutzen Sie dieses root-Login auf *keinen* Fall als Ihren persönlichen Zugang. Deshalb werden Sie als nächstes aufgefordert sich ein eigenes Login einzurichten. Unter diesem Zugang sollten Sie Ihre Arbeit verrrichten. Dazu gehört auch das Verschicken und Empfangen von eMail. Sie sollten die Nutzung der Privilegien des Superusers vermeiden, damit Ihnen nicht unbemerkt Viren oder Trojanische Pferde untergeschoben werden können. Diese Trojanische Pferde genannten Programme umgehen durch das Superuserrecht unbemerkt die Sicherheitsschranken Ihres Systems. Diese Thematik wird in jedem guten Buch zur Unix-Systemadministration genauer beschrieben. Eine gute Nachricht ist sicherlich, daß Linux wesentlich sicherer als andere PC-Betriebssysteme ist. DOS und Windows beispielsweise geben *allen* Programmen Superuserrechte. Deshalb gibt es dort auch soviele Probleme mit Viren. Alle Passwörter, die Sie jetzt und in Zukunft vergeben, sollten aus 6 bis 8 Zeichen bestehen und neben großen und kleinen Buchstaben auch Satzzeichen enthalten. Nachdem nun beide Logins angelegt wurden, gelangen Sie automatisch in das `dselect' Programm. Es ist sinnvoll nun zunächst das Dselect Tutorial zu lesen (siehe Anhang Abschnitt subsection 7.4.3, `Dselect Tutorial - Programmverwaltung der Debian Distribution '). Mit dem Programm `dselect' können Sie die Pakete (packages) auswählen, die Sie auf Ihrem System installieren oder von dort wieder entfernen wollen. Packages sind Programmsammlungen, die speziell für das Debian-System zusammengestellt werden, wie z.B. Compiler, Editoren, Textverarbeitungen. Befinden sich Debian-Packages auf einer CD-ROM oder auf der Festplatte, so können Sie nun installiert werden. Ist dies nicht der Fall, verlassen Sie `dselect' und starten es erneut, sobald Sie neue Debian-Packages für Ihr System besorgt haben. Um `dselect' auszuführen müssen Sie sich als Superuser (root) einloggen. Wollen Sie die grafische Oberfläche X Windows installieren und haben eine Tastatur (QWERTZ), die nicht dem amerikanischen Layout (QWERTY) entspricht, so lesen Sie bitte entsprechenden Anmerkungen in ``X11 Release note for non-US-keyboard users'' (siehe Anhang section 7.3, `Hinweise zur Benutzung einer deutschen Tastatur mit X11 '). 6.21. Einloggen ---------------- Nach dem Verlassen des Programms `dselect', wird Ihnen der Login-Prompt präsentiert. Das heißt, daß Sie nun Ihren Login-Namen und das zugehörige Passwort eingeben können und so Zugang zum System erhalten. Von nun an können Sie Ihr Debian GNU/Linux System richtig nutzen. Viel Spaß! ------------------------------------------------------------------------------- 7. Anhang ---------- 7.1. Informations- und Bezugsquellen ------------------------------------- 7.1.1. Bezugsquellen dieser Installationsanleitung --------------------------------------------------- Auf dem WWW-Server von oche.de ist neben der aktuellen HTML-Version (www.oche.de/~leutloff/install.de.html/) ist dieses Dokument noch in den folgenden Formaten verfügbar: * /~leutloff/install.de.html/install.de.ps.gz - Postscript-Datei gepackt mit gzip (etwa 60 kB) * /~leutloff/install.de.html/install.de.text - Textdatei (etwa 70 kB) * /~leutloff/install.de.html/install.de.tar.gz - Quellcode, also die Debiandoc-Datei und ein Makefile (etwa 35 kB) 7.1.2. Bezugsquellen für die Debian GNU/Linux Distribution (README.mirrors) ---------------------------------------------------------------------------- Dieser Absatz ist eine auszugsweise Übersetzung von ./README.mirrors (ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/README.mirrors). Als Spiegel (mirror) werden Rechner bezeichnet, die in regelmäßigen Abständen eine exakte Kopie eines anderen Rechners erstellen. Dadurch wird die Debian GNU/Linux Distribution auf viele Rechner verteilt und jeder kann auf einen Rechner in seiner Nähe zugreifen. So kommen viele sehr schnell an die gewünschten Daten. Deshalb sollte es nach Möglichkeit vermieden werden auf den Zentralserver der Debian (ftp.debian.org) zuzugreifen, auch wenn nicht sofort das angekündigte Paket auf jedem Spiegel verfügbar ist, sondern vielleicht erst einen Tag später. Hier folgt nun eine Liste von deutschen Spiegeln. Die jeweiligen Verantwortlichen sind in Klammern angegeben. * ftp.inka.de * /debian * non-US packages: /pub/mirror/ftp.inf.tu-dresden.de/debian-non-US * ftpmaster@inka.de * ftp.mathematik.th-darmstadt.de * /pub/linux/distributions/debian * ftpadmin@ftp.th-darmstadt.de * ftp.rz.uni-karlsruhe.de * /pub/linux/mirror.debian * ftp@rz.uni-karlsruhe.de * ftp.tu-clausthal.de * /pub/linux/debian * ftpadm@tu-clausthal.de * ftp.uni-erlangen.de * /pub/Linux/debian * NFS-mountable: /public/pub/Linux/debian * non-US packages: /pub/Linux/debian/debian-non-US * WWW ftp.uni-erlangen.de/pub/Linux/debian * ftplinux@rrze.uni-erlangen.de * ftp.uni-mainz.de * /pub/Linux/debian * non-US packages: /pub/Linux/debian-non-US * AFS: file://afs/zdv.uni-mainz.de/public/ftp/pub/Linux/debian * AFS: file://afs/zdv.uni-mainz.de/public/ftp/p ub/Linux/debian-local * ftpadmin@goofy.zdv.uni-mainz.de * os.inf.tu-dresden.de * /debian * non-US packages: /pub/debian-non-US * sr1@inf.tu-dresden.de 7.1.3. PGP, ssh (README.non-US) -------------------------------- Dieser Absatz ist eine Übersetzung von ./README.non-US (ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/README.non-US). In Amerika gelten Exportbeschränkungen für Rüstungsgüter. Unter diese Bestimmungen fällt auch Verschlüsselungssoftware. Deshalb sind die betreffenden Pakete des Debian GNU/Linux nicht auf amerikanischen Servern zu finden, sondern auf os.inf.tu-dresden.de/pub/debian-non-US/ und seinen Spiegeln (siehe subsection 7.1.2, `Bezugsquellen für die Debian GNU/Linux Distribution (README.mirrors) '). Eine Liste dieser Rechner ist dort auch verfügbar (/pub/debian-non-US/README.mirrors). 7.1.4. Weiterführende Literatur -------------------------------- Hier gibt es noch weitere Informationen: * Linux Anwenderhandbuch von LunetIX (www.lunetix.de/docs/Ver5.0/) * Enhanced German-HOWTO zu beziehen per WWW von www.mi.uni-koeln.de/linux/german/index.html oder per eMail an die Adresse mit der Nachricht reply-to DIE_EIGENE_EMAIL_ADRESSE_HIER_HINSCHREIBEN open ftp.mi.uni-koeln.de get /pub/private/truemper/german-howto/german_howto.txt.gz Dieses Verfahren ist allgemein anwendbar auf alle Dateien, deren ftp-Adresse man kennt (im obigen Fall sind auch die Formate ``.ps.gz'' und ``.html.tgz'' erhaeltlich). * Seiten des ``Linux Documentation Projects'' (LDP) im WWW unter den URLs: * www.jura.uni-sb.de/LDP/linux.html * www.uni-paderborn.de/Linux/mdw * www.cs.TU-Berlin.DE/ftp/pub/linux/mdw/ 7.2. Hardwarekompatibilitätsliste (``Linux Hardware Compatibility HOWTO'') --------------------------------------------------------------------------- deutsche Übersetzung fehlt noch ... aber Bezugsquellen für das englische Dokument gibt es: * sunsite.unc.edu/mdw/HOWTO/Hardware-HOWTO.html * ./Hardware-HOWTO.html - lokale Kopie 7.3. Hinweise zur Benutzung einer deutschen Tastatur mit X11 ------------------------------------------------------------- deutsche Übersetzung fehlt noch ... aber Bezugsquellen für das englische Dokument ``X11 Release note for non-US-keyboard users'' gibt es: * ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/X11_release_note.txt * ./X11_release_note.txt - lokale Kopie 7.4. Kurzbeschreibungen für die Installation wichtige Programme ---------------------------------------------------------------- 7.4.1. cfdisk - Programm zur Festplattenpartitionierung -------------------------------------------------------- deutsche Beschreibung zu cfdisk fehlt noch ... aber Bezugsquellen für das englische Dokument gibt es: * ftp.i-connect.net/debian/unstable/disks-i386/current/cfdisk.txt * ./cfdisk.txt - lokale Kopie 7.4.2. lilo - ein Bootmanager (auch) für Linux ----------------------------------------------- deutsche Beschreibung zu lilo fehlt noch ... aber Bezugsquellen für das englische Dokument gibt es: * ./LiloManual.txt - lokale Kopie 7.4.3. Dselect Tutorial - Programmverwaltung der Debian Distribution --------------------------------------------------------------------- deutsche Beschreibung zu dselect fehlt noch ... aber Bezugsquellen für das englische Dokument gibt es: * ftp.debian.org/debian/rex/disks-i386/current/ dselect.beginner.6.html * ./dselect.beginner.6.html - lokale Kopie 7.5. Schlußbemerkungen ----------------------- 7.5.1. Letzte Veränderung -------------------------- Die letzte Veränderung an diesem Dokument wurde am 09. Februar 1997 von Christian Leutloff () vorgenommen. Anregungen, Fragen und Ergänzungen zu diesem Text sind herzlich willkommen. 7.5.2. Copyright dieses Dokumentes ----------------------------------- Copyright © 1996, 1997 Bruce Perens () und Christian Leutloff (). Dieses Dokument darf im Rahmen der GNU General Public License vertrieben werden. 7.5.3. Warenzeichen -------------------- Nicht ausdrücklich erwähnte Warenzeichen gehören ihren jeweiligen Eigentümern. 386, 386sx, 486, Pentium und PentiumPro sind Warenzeichen der Intel Corporation. Windows ist Warenzeichen der Microsoft Corporation. ThinkPad und PS/2 sind Warenzeichen der IBM Corporation. ------------------------------------------------------------------------------- 0.3 Copyright Hinweis --------------------- Copyright © 1996, 1997 Bruce Perens () und Christian Leutloff (). Dieses Dokument darf im Rahmen der GNU General Public License vertrieben werden. ------------------------------------------------------------------------------- Installation der Debian GNU/Linux 1.2 mit Disketten Christian Leutloff , Bruce Perens - v1.2d vom 09. Februar 1997