Diese Kurzanleitung beschreibt die Installation der Debian GNU/Linux 2.0
von einem "Official Debian CD-Set" und ist beispielsweise
Bestandteil des CD-Sets von JF Lehmanns.
Anregungen und Korrekturen bitte an leutloff@debian.org schicken. Herzlichen Dank.
Herzlich Willkommen bei Debian GNU/Linux 2.0!
Sie haben sich für eine zuverlässige und freie GNU/Linux Distribution
entschieden. Diese Kurzanleitung führt Sie stichwortartig zu einem
Debian GNU/Linux System. Der Aktualisierung (Upgrade) eines laufenden
Systems ist ein spezieller Absatz weiter hinten gewidmet.
Die ausführliche deutsche Installationsanleitung ist separat
erhältlich. Diese und weitere Dokumentation finden Sie auf der EXTRAS-CD
im Verzeichnis doc-de. Jedes Dokument liegt als einfacher
Text, im Postscript und HTML-Format vor. Es ist sehr empfehlenswert
diese ausführlichen Texte vor der Installation zu studieren.
Wichtig: Sollte einer der nachfolgend beschriebenen
Schritte nicht zum Erfolg führen, so lesen Sie bitte die entsprechende
Stelle in der ausführlichen Installationsanleitung nach.
Verzeichnisstruktur der CDs
CD 1 - für Intel-Prozessoren (i386)
| boot | Bootverzeichnis (boot.bat und linux.bat zum
Booten direkt von DOS aus)
|
| doc | englische Dokumentation
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| disks | Images für Bootdisketten
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| tools | einige Hilfs-Programme
|
| debian | Debian GNU/Linux Distribution
|
CD 2 - für Motorola-Prozessoren (m68k)
ähnlich CD 1
CD 3 - Quellcode
| source | Quellcode zu den Programmen, aber ohne X11-Programme
|
CD 4 - contrib und non-us
| contrib | Ergänzungen zur Distribution
|
| non-us | Programme, die nicht aus den USA exportiert werden dürfen
|
| source | Quellcode zu den Programmen, aber nur die X11-Programme
|
CD 5 - EXTRAS
| doc-de | deutschsprachige Dokumentation
|
| non-free | Programme, die nur eingeschränkt genutzt werden dürfen,
z.B. nicht kommerziell
|
| local | Ergänzungen zur Distribution,
z. B. Netscape Communicator, Linux Anwenderhandbuch,
Linux-Magazin, aktuelle Linux-Kernel, Katalog von JF
Lehmanns, PalmPilot, KDE
|
Boot-Diskette (Notfalldiskette/"rescue") erstellen
Bootet Ihre Hardware direkt von CD, so können Sie diesen Schritt
überspringen. Andernfalls führen Sie bitte die folgenden DOS-Befehle
aus, um die Notfalldiskette ("rescue") zu erstellen.
d: (auf das CD-Laufwerk wechseln)
cd \disks
rawrite2 -f resc1440.bin -d a: (a: das 1,44 MB Diskettenlaufwerk)
Unter Unix kann der Befehl dd genutzt werden, z. B.
dd if=resc1440.bin of=/dev/fd0 bs=512 conv=sync ; sync
Basissystem installieren
In den Dialogfenstern kann die Auswahl mit den Pfeiltasten verändert
und mit Return bestätigt werden. Eventuell zusätzlich belegte Tasten
werden in der untersten Bildschirmzeile angezeigt.
- Notfalldiskette ("rescue") oder CD zum Booten einlegen und Rechner
neustarten.
- Begrüßungsbildschirm mit Return bestätigen.
- Schwarz/weiß oder Farbdarstellung auswählen. Anschließend werden
aktuelle Hinweise zur Distribution angezeigt.
- Deutsche Tastaturbelegung mit der Auswahl von
de-latin1-nodeadkeys festlegen.
- Festplatte so partitionieren, daß mindestens eine Linux-
(z. B. 300 MB) und eine Swap-Partition
(z. B. 32 MB) zur Verfügung stehen. Nach dem Schreiben der
Partitionstabelle sollte der Rechner neu gestartet werden.
- Swap-Partition formatieren (initialisieren und aktivieren).
- Linux-Partition formatieren und anschließend mounten.
- Kernel von CD-ROM installieren.
- Weitere Hardwaretreiber (Device Driver) einrichten, z. B. für die
serielle (Maus) oder parallele (Drucker) Schnittstelle, das CD-ROM und
die Soundkarte. Die Kommandozeilenparameter der Module können in den
meisten Fällen ignoriert werden. Wird Ihre Hardware nicht erkannt, so
können die Parameter durch Leerzeichen von einander getrennt
eingegeben werden, z. B. bei der Netzwerkkarte NE 2000
io=0x340 irq=15. Die erlaubten Namen werden Ihnen zu jedem
Modul passend angezeigt. Mit dem Pluszeichen
(+) werden bereits installierte Treiber
angezeigt.
- Bei der Netzwerkkonfiguration muß wenigstens ein Hostname
angegeben werden.
- Auf der Bootdiskette wird nur der Linux-Kern installiert, so daß
das System auch gestartet werden kann, wenn der Linux-Kern auf der
Festplatte nicht funktionsfähig ist.
- Das Basissystem wird auf die Festplatte kopiert, ausgepackt und
dann konfiguriert. Wählen Sie bei der Zeitzone Europe, Berlin
oder CEST aus.
- Die Erstellung des Master Boot Record (MBR) ermöglicht das direkte
Booten von der Festplatte.
- Nachdem erfolgreichen Neustart des Rechners, muß das Paßwort für
den Superuser (root) eingegeben werden.
- Anschließend wird ein erster Anwender eingerichtet.
- Die Frage nach den "shadow passwords" sollte positiv
beantwortet werden, da sie die Systemsicherheit erhöhen.
- PCMCIA ist der Erweiterungsbus von Laptops, so daß die dafür
benötigte Software im Allgemeinen entfernt werden kann.
- Gegebenenfalls PPP konfigurieren.
- Aus einer Liste können verschiedene Standardsysteme ausgewählt
werden. Dadurch wird eine sinnvolle Vorauswahl getroffen. Dieser Teil
kann auch übersprungen werden. Dann kann mit dem Programm
dselect ein indiviuelles System zusammengestellt
werden. Natuerlich können in beiden Fällen jederzeit weitere
Programmpakete installiert werden.
Damit ist ein Minimalsystem eingerichtet. Vor dem Ausschalten des
Rechners geben Sie bitte immer erst shutdown -h now ein und
warten bis sich der Rechner mit "System halted" meldet.
Weitere Programme installieren
Programmpakete von Debian werden mit dem Programm
dselect installiert. Wählen Sie zunächst die
Quelle aus, indem Sie bei "Access" das CD-ROM
aktivieren. Danach können Sie die einzelnen Programmpakete bei
"Select" mit den Plus/Minustasten kennzeichnen, ob sie
installiert oder wieder entfernt werden sollen. Wird bei der Auswahl
festgestellt, daß ein bestimmtes Paket noch andere benötigt, um
korrekt zu funktionieren, wird Ihnen das angezeigt. Die Pakete auf dem
dann erscheinenden Bildschirm sind so markiert, daß das Problem
beseitigt wurde. Geben Sie Return ein, um wieder zur Auswahl
zurückzukehren.
Sind Sie fertig, so verlassen Sie die Anzeige der Pakete mit Return
(oder Q) und wählen dann "Install" aus. Nun werden die
gewünschten Pakete nacheinander
installiert. dselect wird mit
"Quit" verlassen.
Aktualisieren einer älteren Distribution (Upgrade)
Beim Update von Debian 1.2/1.3 auf 2.0 erzwingt
die Umstellung der Systembibliothek von libc5 auf
libc6, die identisch mit glibc2 ist, ein
besonderes Vorgehen. Neben der Aktualisierung bestimmter Pakete
"von Hand" kann das Skript autoup.sh oder die
Kommandozeilenversion der zukünftigen Paketverwaltung APT
apt-get verwendet werden. Hier wird nur der Einsatz des
Skripts beschrieben werden. Dazu muß im Verzeichnis
upgrade-i386 der CD nur
bash autoup.sh ausgeführt werden. Alles weitere
geschieht dann automatisch. Danach kann wieder - wie gewohnt -
dselect eingesetzt werden und die Aktualisierung des
restlichen Systems vornehmen.
Informationsquellen - lokale Dokumente
- Dokumentation der einzelnen Programme auf der Festplatte unter /usr/doc/paketname/
- lokaler WWW-Server http://localhost/doc/
- Handbuchseiten der einzelnen Befehle (man pages),
z. B. man man oder man ls
- deutsche HOWTOs im Verzeichnis /usr/doc/LANG/de/HOWTO/
- englische HOWTOs unter /usr/doc/HOWTO/
Support
- deutschsprachige Mailingliste: debian-user-de@jfl.de. Zur
Teilnahme eine eMail an majordomo@jfl.de schicken, in der im
Textteil subscribe debian-user-de steht. Dies geht auch mit
dem folgenden Linux-Befehl: echo 'subscribe debian-user-de' | mail
majordomo@jfl.de
- aktuelle Infos zur CD im WWW:
http://www.de.uu.net/shop/JFL/linux/linkdebi.html
- englischsprachige Mailingliste: schreiben Sie eine eMail an
debian-user-request@lists.debian.org mit "subscribe" als
eigentlichem Text. Ihre Fragen und Kommentare können Sie dann direkt
an debian-user@lists.debian.org schicken.
- Der Betreuer eines bestimmten Pakets kann mit
paketname@packages.debian.org erreicht werden, z. B. kann der
Maintainer des Pakets user-de mit einer eMail an
user-de@packages.debian.org angesprochen werden.
- Die Entwicklung von freier Software lebt von der
freundlichen Rückmeldung der Anwender an die
Entwickler. Entdecken Sie also einen Fehler oder haben eine gute Idee
zu einem Programm, so benutzen Sie am Besten das Programm bug
(aus dem gleichnamigen Paket). Dadurch schicken Sie eine eMail an die
Fehlerverwaltung der Debian GNU/Linux Distribution. Fügen Sie der
Fehlerbeschreibung möglichst ausführliche Informationen hinzu, damit
der Fehler nachvollziehbar wird. Selbstverständlich dürfen Sie auch
Vorschläge zur Behebung des Fehlers machen.
- kommerzielle Unterstützung: siehe
/usr/doc/HOWTO/Consultants-HOWTO.gz
Viel Spaß mit Debian GNU/Linux!
Copyright © 1997, 1998 Dipl.-Ing. Christian Leutloff <leutloff@debian.org>. Dieses
Dokument darf im Rahmen der GNU General
Public License vertrieben werden.
Anregungen, Tips und Korrekturen bitte an
leutloff@debian.org
schicken. Danke.
cl, 27.09.98, $Revision: 1.11 $